LOST IN OFFENBACH

Stitched Panorama


Die Lederstadt. Das Liebesnest Goethes. Assitonis Heimat. Die kriminellste Stadt Deutschlands. Offenbach ist in vielerlei Hinsicht presetted – genau deswegen lohnt es sich, einen eigenen „New record“ anzulegen und Offenbach am Main richtig kennen zu lernen.

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Enter: Mit seinen fast 125.000 Einwohnern gilt Offenbach als Großstadt und die Tatsache, dass gut jeder zweiter Bewohner Migrationshintergrund hat, macht das Ganze zu einer Multikultur par excellence. Man trifft dadurch auf internationale Einrichtungen mit Echtheitsgarantie wie zum Beispiel türkische Supermärkte mit der besten Auswahl an Gewürzen und Früchten, polnische Konditoreien mit Vitrinen reich an gefüllten Blätterteigtaschen oder italienischen Käsereien, wo der Mozzarella noch hausgemacht wird. Im konzentrierten Stadtkern kommt das Zusammenleben zwischen moderner Shopping Mall und Retro-Rathaus auf den Punkt. Aber ein Spaziergang durch Offenbach sollte nicht nur auf die „Frankfurter“ als Einkaufsstraße Nummer eins beschränkt werden. Vielmehr bieten die Seitengassen und das breite Areal am Ufer des Mains viel Spielraum für Entdeckungen – Galerien, Shisha Bars und typische Indische Restaurants warten dabei genauso wie die klassischen Sights, Flohmärkte oder entspannte Livemusik am Main.

Menu: Die Speisekarte Offenbachs wird jedem Geschmack gerecht. Wer´s typisch deutsch mag ist bei Apfelwein Klein gut aufgehoben: eine gemütliche Gaststätte mit 130 Jahre Erfahrung was das Zubereiten von typisch hessischem Most und Schnitzeln betrifft. Ein schöner Hinterhof bietet die Möglichkeit sich zwischen Weinreben und Kunsthandwerk durch die vielen deftigen Gerichte zu futtern. Kleiner Tipp: Wer Lust auf Kegeln kann sich auf der hauseigenen Bahn austoben – Reservierungen sind empfohlen. Lieber was neues ausprobieren? Wie wäre es dann mit authentischem Kebap bei Foodplaza? Der Oriental Supermarkt in der Ludwigstraße hat neben verschiedenen arabischen Mittagsgerichten auch einen eigenen Kebapstand, wo Kebab nicht etwa in einem halben Kilo Fladenbrot und fettiger Knobisoße serviert wird sondern traditionell gegrillt und am Spieß gereicht wird. An die Studentenfutter-Liebhaber: Probiert mal die orientalische Variante: Kichererbsen mit getrockneten Rosinen hat Suchtpotential. Ein bisschen von allem bekommt man auf dem zwar überschaubaren aber genauso malerischen Wochenmarkt auf dem Wilhelmsplatz. Besonders begehrt ist heiße Fleischwurst aber auch die Pasten, die man an den griechischen Ständen in allen Varianten vorfindet, genießen immer mehr Beliebtheit. Neben traditionellen Holzofenbrot gibt´s auch asiatische Basics, denn Duc bietet von vegetarisch bis fischig verschiedenste Frühlingsrollen an. An die Schaumkuss-Fans da draußen: Samstags ist meistens „Köhler Küsse“ auf dem Offenbacher Markt vertreten. Die Seligenstädter Süßwarenfabrik hat sich mit einem breiten Menü an Schaumküssen einen Namen gemacht und lässt Offenbacher Süßmäuler regelmäßig in den Genuss kommen von Schaumküssen mit weisser Schokolade, Cappucino-Füllung oder allen erdenklichen Toppings.

Play: In Sachen Freizeitgestaltung muss sich Offenbach vor allem am malerischen Mainufer nicht verstecken. Nummer Eins auf der Beliebtheitsskala ist sicherlich der neue Hafen 2, der sich zwar mit neuer Location kurz vorm Kaiserlei Kreisel präsentiert, aber unterhaltungstechnisch wie gewohnt vielseitig ist: Wöchentliche Kino Abende, Open Air Konzerte, das weltbeste Bio-Eis, Schafe und Gänse als Haustiere und Dj Besuche, musikalisch ausgezeichnet natürlich, erfüllen so ziemlich jeder Altersklasse Entertainment-Bedürfnisse. Nicht verzichten sollte man auf ein Schmankerl der Kuchentheke, die von der traditionellen Bäckerei Beck am Wilhelmsplatz ausgestattet wird. Inoffizieller Favorit von Personal und Gästen: PKK – Polnischer Käsekuchen. Praktischerweise gleich nebenan liegt das Robert Johnson, ein Club auf Weltniveau (Platz 29 auf der Liste zu weltweit beliebten Nightlife-Locations). Hier kann man auf Holz durch die Nacht tanzen und den Sonnenaufgang mit feinstem Electro im Ohr auf der Terrasse genießen. Es soll ein bisschen schicker sein? Dann ist der King Kamehameha Beach Club auf der kleinen Landzunge im Main genau richtig. Hier gibt’s Beach Volleyball und einen kleinen Pool bis abends House und Ambient Sounds zum Bewegen auf einer der zahlreichen Tanzflächen einladen – Inselflair pur.

Pause: Ausspannen. Kann man am besten im Wetterpark im Offenbacher Stadteil Tempelsee. Die hochgelegene Grünanlage bietet neben ein paar meteorologischen Installationen (Offenbach ist HQ des Deutsche Wetterdiensts) die Möglichkeit, fernab von der geschäftigen Innenstadt runterzukommen und lädt mit schönen schattigen Plätzen im Gras zum Picnic ein. Ein Aussichtsturm, der einen Rhein-Main-Rundumblick zur Verfügung stellt, ist klares Highlight. Wer entspannungs- wie auch wettertechnisch nicht genug hat, setzt den Chill-Out Nachmittag am besten am Mainufer auf Höhe von Offenbach Bürgel fort. Hier gibt’s neben ein paar weiteren DWD Bauten die Gelegenheit, ausgestattet mit einem italienischen Eis von der hochfrequentierten Gelateria nähe des Flusses, einen gemütlichen Spaziergang durch den leicht verschlafenen Stadtteil zu unternehmen. Wer zwischen drin doch ein bisschen Action will: Auf dem Hunderennplatz weiter unten am Main hechten wochenends alle Arten von Schnauzern einem falschen Hasen hinterher. Entspannung geht nur zusammen mit gutem Kaffee? Dann ab ins Café Cuore in der Kaiserstraße, ein echt-italienisches Lädchen, dass den besten Espresso der Stadt für ebenso gute Preise hat. Panetone, Amarettini und Cantuccini können bietet das gemütliche Café natürlich auch. Wer zur Richtigen Zeit kommt kann sich sogar über Livemusik freuen: Franco, waschechter Italiener und Caféinhaber von Herzen unterstützt den Flair gerne mit bekannten italienischen Gitarrenklängen und einem nicht unbeachtlichen Gesangstalent.

Reverse: Spurensuche in Offenbach? Klar, dafür startet man am besten am Lili Tempel der als einstige Badestätte Goethe und Lili Schönemann Raum für eine leidenschaftliche Romanze bietete. Heute zwar privatisiert, lohnt sich ein Blick auf das historische Bauwerk immer. Und liegt außerdem gleich neben dem Büsing Palais: das majestätische Bauwerk im neobarocken Stil, erinnert an ein Mini Versailles und war früher stattliches Herrenhaus der bessergestellten Fabrikherren. Heute als Stadtbücherei genutzt erhascht man immer mal einen Blick auf eine Bilderbuch Hochzeit, die im Innenhof ausgestattet wird. Man bemerke: Das Tor des Büsing Palais gilt als eines der schönsten in Deutschland. Vom Schönen und Schicken mal abgesehen kann man sich auch die historische Seite des industriellen Offenbachs zu Gemüte führen. Zahlreiche aufgegebene Fabrikhallen wie zum Beispiel die Hassia Fabrik sind heute Geheimtipps wenn´s um Outlet Shopping geht. Auch das Hafengebiet verrät viel über die wichtige wirtschaftliche Stellung Offenbachs vor gut 100 Jahren: Kräne, Waggons und leere Hallen bringen Flair an den Main und sind Stoff für Diskussionen zwischen Offenbachern und der Stadt, die den historischen Hafen zunehmend modernisieren lässt. Beim Spaziergang durch diese Ecke sollte auf jedenfall die Kamera mit an Bord sein. Für Nachtaktive: In der Dunkelheit eröffnen sich durch interessante Lichtinstallationen, direkt angebracht an die massiven Stahlträgern, nochmal ganz andere Sichtweisen!

Reset: Neugierig geworden? Hoffentlich, denn Offenbach ist eine liebenswerte Stadt die Raum für Entdeckungen lässt. Am besten gleich selbst auf den Weg machen und eigene Eindrücke aufnehmen. Click onoff: Wer gern mehr Insidertipps rund um Offenbach erfahren will, kann sich auf www.clickonoff.de inspirieren lassen. Eine der beiden Blogger von Click OnOff ist unser Model Lili :-) Danke für den wunderbaren Beitrag!

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